Kaum in Rockhampton angekommen, packten wir auch schon
wieder alles ins Auto und waren wieder auf der Straße. Heute merkten wir noch
mehr als gestern wie sehr der Mann aus Hervey Bay mit seiner Aussage „da ist eh
nix“ Recht hatte. Er hatte das wörtlich gemeint. Okay, falsch, hauptsächlich
sind auf der Strecke Zuckerrohrfelder. Endlose Massen Zuckerrohr. In der Stadt
Mackay zum Beispiel, die unser heutiges Ziel war, wird ein Drittel des gesamten
australischen Zuckers produziert. Wer viel Zucker produzieren will, der braucht
halt viel Zuckerrohr. Mitten durch die Felder führt ein Highway und auf diesem
rollten wir so dahin. Ja, rollten. Das Tempolimit liegt hier im Allgemeinen bei
110 km/h auf dem Highway, ist aber oft auf 100 oder sogar 80 begrenzt. Der
Highway soll zwar so etwas wie eine Autobahn sein, macht diesen Eindruck aber
eigentlich nur auf der Strecke zwischen Brisbane und Byron Bay so richtig.
Ansonsten wirkt er eher wie eine mittelmäßig gut ausgebaute Landstraße ohne Leitplanken. Es geht
unfassbar weit geradeaus ohne dass andere Straßen oder Dörfer auftauchen.
Irgendwann im Laufe des Tages zeigte unser Navi mal an „217km geradeaus“. Dort kam eine Kreuzung (an der wir geradeaus fuhren) und es ging für weitere 100 Kilometer ohne Unterbrechung weiter. Das kann schon mal ermüdend sein, wenn es abseits der Straße nur Zuckerrohr zu bewundern gibt und einem auch oft minutenlang kein anderes Auto entgegenkommt. Der Tempomat ist hier wirklich mein bester Freund. Natürlich darf man aber trotzdem die Konzentration nicht verlieren, denn die Schilder weisen einen immer wieder darauf hin, dass in dieser Gegend Kängurus oder Koalas leben und die möchte man ja definitiv nicht umfahren. Wir hielten uns mit passender Roadtrip-Musik bei Laune: Johnny Cash, Beatles, Dion...
Gegen Mittag erreichten wir Mackay und bezogen unser Motel.
Die Stadt entpuppte sich leider als ziemlicher Reinfall. Eine typische
Industriestadt, leider ohne richtigen Charme. Wir liefen durch die Innenstadt, fühlten
uns aber die ganze Zeit mehr wie in einem leicht heruntergekommenen deutschen
Industriegebiet. Nicht mal ein hübsches Cafe gab es hier. Am Besten war noch
das Einkaufscenter in dem wir dann auch unseren Nachmittag verbummelten. Abends
suchten wir in der Umgebung des Motels nach etwas Essbaren, was sich als gar
nicht so einfach herausstellte. Vielen Motels ist zwar ein Restaurant
angeschlossen, doch ist das einzige vegetarische Gericht meistens das
Knoblauchbrot von der Vorspeisenkarte. Schließlich aber bekam ich doch noch
etwas Fleischloses zu essen. Im Restaurant, das zu unserem Motel gehörte und
auch von den Besitzern betrieben wurde, gab es immerhin Nudeln mit Tomatensoße
und Pilzen.
Tageskilometer: 335
Gesamtkilometer: 1701

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