Montag, 25. Juli 2016

Tag 20: Scenic Railway, Kuranda & Skyrail


Wie gestern schon erwähnt, hatten wir für unseren Aufenthalt in Cairns einige Ausflüge gebucht. Bisher hatten wir ja eher etwas erlebt, wenn die Ziele auf oder zumindest in der Nähe unserer Strecke lagen. Jetzt konnten wir unsere tolle Ferienwohnung als Basis für Ausflüge in die Umgebung nutzen.


Heute starteten wir in Freshwater um mit dem Scenic Railway, also einer Eisenbahn mit Aussicht, durch den Regenwald zu fahren. Schon Freshwater Station ist sehr hübsch zurechtgemacht. Unter anderem gibt es ein kleines Museum, das von der Geschichte der Bahnstrecke erzählt. Das Zugpersonal verstaute unseren Kinderwagen und wir setzten uns auf unsere Plätze in der alten Bahn. Es war sogar einer extra fürs Baby eingeplant. Und dann ging es pünktlich los: in den Regenwald hinein, an Wasserfällen und Schluchten vorbei, um enge Kurven, insgesamt 328 Höhenmeter in 90 Minuten. An Bord gab es einen englischsprachigen Kommentar, der uns viel über den Bau der Bahnstrecke erzählte. Zusätzliche Infos kann man auch noch in einer App nachlesen, die man am Bahnhof kostenlos herunterladen konnte. Es gab einen kurzen Zwischenstopp um die Barron Falls bewundern zu können. Alle raus aus dem Zug, gucken, Foto machen, alle wieder rein in den Zug. Wir schafften es sogar uns abzuwechseln, da es mal wieder regnete und wir keine Lust hatten E nass werden zu lassen. So war also jeder von uns 5 Minuten draußen gucken. Das Baby klebte übrigens einen Großteil der Fahrt begeistert an der Scheibe des Zugfensters und guckte sich den Regenwald an, die restliche Zeit schäkerte sie mit den anderen Passagieren oder dem Zugpersonal (oder turnte auf mir rum). 




Die Endstation war Kuranda, ein Dorf, das komplett vom Regenwald umschlossen ist. Kuranda Station ist sehr liebevoll gepflegt und absolut sehenswert. Von dort aus läuft man nicht ganz 10 Minuten hoch ins Dorf, es gibt aber auch Shuttlebusse für den Fall, dass jemand nicht ganz so gut zu Fuß ist. Das Dorf Kuranda selbst ist komplett auf Tourismus ausgelegt. Es gibt eine Markthalle, ein paar Geschäftchen, einen kleinen Zoo und noch mehrere kleine Attraktionen. Für uns gab es den obligatorischen Bummel durch den Ort und die Markthalle, dann tranken wir einen Kaffee und aßen mal wieder leckere Scones und beobachteten die Leute, die vorbeigingen.


Dann war es auch schon Zeit aufzubrechen, denn eine Seilbahn sollte uns wieder zurück nach unten bringen. 7,5 Kilometer lang sollten wir über den Regenwald schweben. Wir hatten extra das Upgrade auf eine DiamondView-Kabine gebucht, denn diese hat einen Glasboden, so dass man quasi direkt senkrecht auf den Regenwald hinuntergucken kann. Leider teilte man uns an der Station mit, dass die DiamondView-Gondeln nicht fahren. Ein vernünftiger Grund wurde uns nicht mitgeteilt, aber immerhin ein Zettel ausgestellt mit dessen Hilfe wir unser Geld von Scenic Railway (weil wir das Gesamtpaket dort gebucht hatten) zurückbekommen sollten. Somit ging es dann für uns stattdessen in eine normale Gondel, die wir aber immerhin für uns alleine hatten. Und dann schwebten wir los -  nur wenige Meter über dem Regenwald. Auch ohne Glasboden bereits ein beeindruckendes Erlebnis. Man schaut nach unten und sieht weit und breit nur riesige Bäume und Pflanzen. Alles ist grün, kein Weg führt hier hindurch, es gibt keine Dörfer. Auf der Strecke gibt es zwei Zwischenstationen an denen man aussteigen kann. Die erste Station führt zu drei Lookouts, die noch einmal einen tollen Blick auf die Barron Falls und die Umgebung liefern. An der zweiten Station ist ein wunderschöner Boardwalk angebracht über den man mitten durch die Bäume und Pflanzen laufen kann. An vielen Stellen stehen Schilder, die etwas über die Pflanzen im Besonderen oder den Regenwald im Allgemeinen erklären. Auch kann man sich von einem Ranger die Strecke entlangführen und etwas erklären lassen. Regenschirme stehen an den Stationen praktischerweise direkt bereit und kann man kostenlos ausleihen. 

  

 

Zurück am Boden brachte uns ein Bus wieder nach Freshwater Station, wo das Abenteuer am Morgen begonnen hatte. Wir schauten noch bei Scenic Railway vorbei, aber die hatten bereits geschlossen. Netterweise erklärte sich die Rezeption im Hotel bereit am nächsten Morgen dort anzurufen und zu klären wie wir unser Geld zurückbekommen konnten.

Ein toller Tag mit vielen Erlebnissen ging zu Ende, aber der nächste wartete ja bereits auf uns.

Zwischenfazit: Roadtrip mit Baby



Den größten Anteil der Strecken, die wir in diesem Urlaub mit dem Auto zurücklegen wollen und werden, liegt nun hinter uns. Wie ist denn nun so ein Roadtrip, fast 3000 Kilometer durch Australien? Es war fantastisch und wir würden es immer wieder machen. Auch mit Baby.


Seitdem wir hier in Australien sind, hat sich unsere Tochter angewöhnt ein Vormittagsschläfchen einzulegen. Dieses haben wir immer ausgenutzt. Das bedeutete für uns jeden Tag gegen 6 Uhr aufzustehen, alles einzupacken, schnell etwas zu frühstücken und ab ins Auto, denn die Abfahrt war jeden Tag für etwa 8 Uhr geplant. Das hat mal mehr, mal weniger gut geklappt, später als 9 waren wir aber nie dran. E hat dann meistens im Auto noch etwa 20 Minuten gespielt und dann etwa eine Stunde, manchmal auch länger,  geschlafen. In dieser Zeit haben wir bewusst keine Zwischenstopps eingeplant sondern einfach „Kilometer gemacht“ soweit das bei den hier herrschenden Geschwindigkeitsbegrenzungen möglich war. Danach haben wir uns sehr nach Es Bedürfnissen gerichtet. Wenn sie eine Pause brauchte, dann haben wir die halt gemacht, auch wenn die letzte vielleicht erst 20 Minuten her war. M hat auch hin und wieder mal hinten bei ihr gesessen und sie bespaßt, aber das war nur selten wirklich nötig. Ansonsten haben wir viel für sie gesungen, das neue singende Spielzeug, das es von den lieben Großeltern zum Geburtstag gab, war auch sehr hilfreich und manchmal mussten wir uns auch ganz unpädagogisch die letzten paar Kilometer mit Hirsekringeln erkaufen. Nur an einem einzigen Tag ging am Ende gar nichts mehr. Die Fahrt nach Rockhampton war die längste Teilstrecke auf unserer Tour und da wir auch noch einige Abstecher und Umwege gemacht haben, waren wir den ganzen Tag unterwegs und immer wieder zwischendurch im Auto. Am Ende waren wir alle müde und überreizt, was sich aber nach einem kurzen Spaziergang als wir dann endlich angekommen waren, zum Glück schnell legte.

Ich denke so ein Roadtrip kann auch mit Baby eine wunderbare Erfahrung sein, wenn man sich so gut wie möglich nach den Bedürfnissen des Kindes richtet und selbst möglichst flexibel und entspannt bleibt. Wir haben zigmal die Routenplanung umgeworfen, weil uns eine vorher anvisierte Strecke dann plötzlich doch zu lang vorkam oder irgendetwas anderes dazwischenkam. Hier war hilfreich, dass wir unsere Motels meistens erst am Abend zuvor gebucht haben. Wenn man ganz flexibel bleiben will, kann man natürlich auch einfach drauf losfahren und wenn man meint für diesen Tag genug Weg zurückgelegt zu haben, dort auf die Suche nach einer Unterkunft gehen. Das war mir allerdings dann doch zu unsicher. Ich habe gerne ein konkretes Ziel und schaue vorab mal in die Online-Bewertungen unserer Motels. 


Als absolut hilfreich haben wir die Investition in ein großes Mietauto und einen stabilen Buggy empfunden. Anfangs hatten wir geplant und nur so einen kleinen Schirmbuggy zuzulegen, am Besten noch gebraucht, weil der wenig Gepäck verursacht und dann nach dem Urlaub hier hätte entsorgt werden können. Inzwischen bin ich nur dankbar, dass wir damals nichts Gebrauchtes gefunden haben und uns dann im Fachgeschäft doch dazu entschieden haben, das stabilere und komfortablere Modell zu kaufen. Der nimmt im Auto zwar etwas mehr Platz weg und darf im Flugzeug nicht mit in die Kabine, lässt sich dafür aber prima schieben, bietet dem Baby super viel Platz, hat eine verstellbare Rückenlehne (für die bei uns leider seltenen Mittagsschläfchen im Buggy einfach super!), man kann die Wickeltasche dranhängen und ein Einkaufskorb in den das Regenverdeck passt, ist auch noch dran. Wir haben jetzt inzwischen zweimal am Flughafen solche Schirmbuggys als Leihwagen benutzen müssen und waren jedes Mal nur am Schimpfen, weil sie einfach total unkomfortabel sind. 


Außerdem praktisch ist eine Tragehilfe oder ein Tragetuch. Nachdem wir gelandet waren, hätte ich gar nicht gewusst, wie ich unser Gepäck vom Band holen und auf den Trolley heben sollte, wenn ich das Baby mir nicht einfach hätte umbinden können. Auch wenn man unterwegs viele Treppen steigen muss oder sich in größeren Menschenmengen aufhält, ist die Trage oft praktischer als der Kinderwagen. 

Waren wir nicht im Auto unterwegs, war E so gut wie immer wach und bestaunte mit riesigen Augen ihre Umgebung. Jedes Tier (und sei es nur einer von diesen unzähligen Ibissen) wurde mit einem lauten „Da!“ kommentiert, vielen anderen Leuten winkte sie aus ihrem Buggy heraus zu und oft hatten wir den Eindruck als verstünde sie, dass das hier etwas „Besonderes“ war.

Ansonsten braucht es auf so einem Roadtrip mit Baby eigentlich nichts Besonders – denn es macht einfach Spaß!

Tag 19: Port Douglas


Der Tag begann super, nämlich mit der Entdeckung, dass wir das Meer auch von unserem Balkon aus sehen können. Also Frühstück mit Meerblick – geht es noch besser? Ja, Frühstück mit Meerblick und Sonne, aber das war uns an diesem Tag leider noch verwehrt.

Heute machten wir uns auf zum nördlichsten Punkt unserer Reise und beendeten damit auch (zumindest vorerst) den Roadtrip, denn für die restlichen Tage buchten wir Aktivitäten in der direkten Umgebung von Cairns, zu denen keine große Anfahrt nötig war. Die Buchung erledigte das Hotel für uns, wir mussten nur sagen was wir unternehmen wollten und bezahlen.
Nun aber Port Douglas: was für eine Anfahrt! Die Straße schlängelt sich ganz nah an der Küste entlang in vielen Kurven den Berg hoch und bietet einen wunderschönen Ausblick. Hinter fast jeder Kurve eröffnete sich ein neuer toller Blick aufs Meer und den nächsten Küstenabschnitt. Auch gab es viele Lookouts um anzuhalten und in aller Ruhe Fotos zu machen, aber diese ließen wir erstmal rechts liegen.

Wir fuhren erst zu einem Lookout ein Stück über der Stadt. Von dort hatten wir einen guten Blick auf den Strand. Dann zog es uns aber doch ins Zentrum. Port Douglas ist ein hübsches kleines Städtchen, durch das man gut bummeln kann. Es gibt die typischen Touri-Läden, aber auch einige kleine Geschäfte mit sehr individueller Auswahl. Wir verguckten uns spontan in ein Kleid für das Baby, aber leider gab es das nur in der Größe für Dreijährige und das war uns dann doch noch zu weit weg – leider! Nachdem wir etwa eine Stunde lang umhergewandert waren, setzte starker Dauerregen ein, weshalb wir auf die überdachte Terrasse eines Cafes flüchteten und bei leckeren Scones ein paar Postkarten schrieben. Ich bin mir sicher, dass man bei Sonne bzw. zumindest Trockenheit in Port Douglas auch noch deutlich mehr Zeit verbringen kann als wir es getan haben.

Kaum waren wir nassgeregnet im Auto angekommen, hörte es natürlich auf. Ärgerlich, aber trotzdem nicht ganz ungelegen, denn wir mussten den kurvigen Weg ja auch noch zurück nach Cairns und wollten dieses Mal auch häufiger anhalten um Fotos zu machen. Tatsächlich hatten wir ziemlich viel Glück, so dass der Rückweg sehr viel länger dauerte als die Hinfahrt und wir erst im Dunkeln wieder zurück an unserem Hotel waren.


Tageskilometer: 127
Gesamtkilometer: 2941

Samstag, 23. Juli 2016

Tag 18: Cairns



Wir verließen Townsville bereits am nächsten Morgen. Wenn man etwas mehr Zeit hat, kann man hier aber auch sicher 2-3 Tage gut und interessant verbringen.
 
Wie schon in den letzten Tagen war auch heute der Regen unser ständiger Begleiter. Immerhin hatten wir keinen Dauerregen mehr wie an Es Geburtstag, aber es gab regelmäßig sehr kräftige Schauer. Das Zuckerrohr wirkte dadurch irgendwie noch mystischer und „nichtsiger“ als sowieso schon. In dem kleinen Städtchen Cardwell legten wir eine Frühstückspause ein. Für mich gab es einen Wrap und weil ich vergessen hatte es explizit abzubestellen, habe ich dann jetzt auch endlich mal Rote Bete gegessen. Das Zeug ist hier total beliebt und findet sich auf vielen Burgern und Wraps. Wird jetzt nicht mein Lieblingsgemüse, schmeckt aber roh gar nicht mal so übel. 


Da die Strecke bis Cairns noch einmal ziemlich lang war, legten wir nicht so viele Zwischenstopps ein. Ein kleiner Umweg über den Tourist Drive quer durch den Regenwald war aber drin. Die Strecke führte zwar mitten durchs Kasuar-Schutzgebiet, uns ist aber keiner begegnet. Allerdings sollte mir an diesem Tag noch ein anderes Tier begegnen…
Und zwar an unserem zweiten Zwischenstop, den Josephine Falls. Etwa 750 Meter muss man vom Parkplatz bis zum Wasserfall laufen. 750 Meter quer durch den Regenwald! Und was kommt ausgerechnet mir da an der vorletzten Stufe zur Aussichtsplattform entgegen? Eine Schlange! Äh, ja, ich bin dann lieber die Treppe langsam wieder rückwärts hoch gegangen… Die Schlange war winzig, aber es war eine verdammte Schlange und da ist es mir egal wie groß oder klein die ist. Der Mann und das Baby haben sie nicht mehr gesehen, denn die waren schon vorausgegangen und als sie zurückkamen, hatte sich das Tier schon längst wieder in den Regenwald zurückgeschlängelt.

Das war ja schon fast zuviel Abenteuer für mich und ich war froh als wir alle drei wieder im Auto saßen und die letzten Kilometer Richtung Cairns in Angriff nahmen. Etwas außerhalb der Stadt bezogen wir eine tolle Ferienwohnung. Ich fand das Leben in den Motels  zwar auch irgendwie interessant, aber da wir hier fast eine Woche bleiben wollten, lohnte sich die größere Wohnung richtig. Abendessen gab es in der Bar neben der Ferienanlage mit Blick aufs Meer. So sollte es sich doch die kommende Woche aushalten gut aushalten lassen!
 
Tageskilometer: 404
Gesamtkilometer: 2814